Samstag, 20. Dezember 2014

Geschenkidee für Leseratten und Couch-Potatoes

Boah, was für ein Dreckswetter war das heute! Das schrie förmlich nach einem gemütlichen Nachmittag an der Nähmaschine. Und das passte mir auch ganz gut ins Konzept, denn ich habe noch nicht alle Weihnachtsgeschenke zusammen.

Also habe ich die Zeit genutzt, um für meine Oma einen sogenannten Leseknochen zu nähen, mit dem sie es sich in den Wintermonaten auf dem Sofa schön gemütlich machen kann. Und da meine Oma das Internet nur vom Hörensagen kennt, kann ich das auch schon vor Weihnachten gefahrlos hier zeigen. ;)




Falls ihr euch jetzt fragt, was an diesem lustigen Kissen so besonders sein sollt, schaut euch mal diese Grafik zu den verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten an. Gerade für Leute, die ab und zu Rücken- oder Nackenprobleme haben, ist ein Leseknochen eine feine Sache.

Und jetzt zeige ich euch mal, wie ein Leseknochen genäht wird.

Ihr braucht:
- 3 Stücke Stoff, jeweils ca. 50 x 30 cm
- ca. 500g Bastelwatte als Füllung (achtet darauf, dass sie waschbar ist)

Zuerst ladet euch hier die Schablone für den Knochen runter, druckt sie viermal aus und klebt sie in Knochenform an den langen Kanten zusammen. Damit schneidet ihr den Knochen aus euren drei Stoffstücken zu. Ich habe vorher noch ein bisschen Patchworking betrieben. :)



Nehmt zwei der Stücke, legt sie rechts auf rechts und näht dann die obere Hälfte zusammen (in dem Bild mit Stecknadeln markiert).


Die obere Hälfte hochklappen und das dritte Stoffstück rechts auf rechts darauf legen.



Auch hier näht ihr wieder wie oben abgebildet die obere Hälfte zu. Zum Schluss wird die letzte offene Naht zugenäht - Wendeöffnung nicht vergessen! Die sollte ca. 10 cm breit sein und am besten in der Mitte der Naht liegen und NICHT dort, wo am spitzen Ende die drei Stoffstücke aufeinander treffen. Ansonsten wird es nämlich beim Zunähen richtig ätzend...

Nachdem ihr alle Nähte geschlossen habt, könnt ihr das Kissen durch die Wendeöffnung wenden.


Nun muss das Kissen mit der Bastelwatte gefüllt werden - eine langwierige Aufgabe, die mir zugegebenermaßen eher weniger Spaß macht. Um es schnell hinter mich zu bringen, habe ich hektisch so lange Watte in das Kissen gestopft, bis der Stoff an der Wendeöffnung ca. 5 cm weit eingerissen ist... Flicken zwecklos, also kurz schimpfen, tief durchatmen und dann eine Hälfte des Kissens wieder auftrennen. Danach wieder zusammen nähen und mit Ruhe und Geduld den zweiten Füllversuch starten.



Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Watte in so ein Kissen passt... Damit die Füllung gleichmäßiger wird, stopft immer nur kleine Büschel Watte hinein, dreht das Kissen nach jedem Stück und schiebt vorsichtig mit der Hand nach. 

Nachtrag vom 04.02.2015: Statt mit Bastelwatte kann man das Kissen auch mit Dinkelspelz füllen. Dinkelspelz ist als Füllung schön weich, allerdings lässt es sich soweit ich weiß nicht waschen und das Kissen knistert dann außerdem etwas - das kann aber auch sehr beruhigend wirken... ;)



Wenn das Kissen prall genug gefüllt ist, schließt ihr die Wendeöffnung noch mit dem Matratzenstich.



Geschafft! Fertig ist das Geschenk für gemütliche Sofastunden! Ich hoffe, es gefällt meiner Oma und hilft ihr auch bei gelegentlichen Rückenschmerzen.




Liebe Grüße,
Kathrin

Kommentare:

  1. Hast du die Piktogramme selbst erstellt? Ich würde sie gerne für eine Banderole für die Leseknochen verwenden, weiß allerdings nicht wo das Copyright liegt.
    LG Tina

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  2. Liebe Kathrin,
    Du nähst wirklich.... und das meine ich auch genau so, wunderschöne Dinge. Gestatte mir aber eine kleine herbe Kritik. Der Leseknochen (siehe Bild) nähst Du von Hand mit Überwindlungsstichen zu benennst diesen aber als Matratzenstich. Bei Matratzenstich ist es fachmännisch, oder eben fachfraulich, dass mann weder Stich noch Faden auf der schönen Stoffseite sieht. So wie die Nadel auf dem Bild im Stoff steckt ist dies niemals ein Matratzenstich. Die ganze schöne Idee und die an sich wundervolle Handarbeit würde... ich hoffe dass ich mich täusche richtiggehend kaputt gemacht wenn man diese nicht mit der unsichtbaren Naht des richtigen Matratzenstiches zunäht.

    Weisst Du, ich finde, auch dieses Produkt hat ein Anrecht auf dem Markt, viel mehr als Massenware vom Fliessband. Aber wenn schon, dann perfekt.

    Liebe Grüsse .... Ulla

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  3. Ich würde die Piktogramme gerne für ein Etikett des Leseknochens für einen Weihnachtsmarkt im Kindergarten verwenden.
    Ist das o.k. für dich?

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